Bestraf mich doch! Die Strafe im BDSM

Autor: Lynn
A bis Z | Basics

Was ist eigentlich eine Strafe?

Bei einer Strafe handelt es sich um eine Sanktion gegenüber einem bestimmten Verhalten, welches von einer Autoritätsperson oder -institution als unangemessen empfunden wird. Der Begriff Strafe ist Bestand im Bereich der Rechtswissenschaft und Theologie sowie auch besonders in Erziehungswissenschaften.

Und natürlich im BDSM. Hier sind Strafen ein zentrales Element und werden von einer oder mehreren spielenden Personen eingesetzt, um unten spielende Personen für Fehlverhalten, mangelnde Leistung oder einfach zum Vergnügen zu bestrafen. Vor allem aber dienen sie der Durchsetzung des Machtgefälles.

Welche Arten von Strafe gibt es?

Bei Strafen sind der Fantasie keinerlei Grenzen gesetzt. Es gibt körperliche, erniedrigende, psychische Strafen ebenso wie klassische Strafarbeiten in Form von Sätze schreiben oder anderen Aufgaben, die die bestrafte Person erledigen muss. Einige klassische Beispiele haben wir hier für euch aufgelistet.

Schläge als Strafe:

Spanking: Ob Gerte, Paddle, Flogger oder Peitsche – mit der entsprechenden Ausstattung und Intensität werden die lustvollen Hiebe auch schnell zur Strafe.

Bastonade: Bei der Bastonade handelt es sich um Stockhiebe auf die blanke Fußsohle. Schon vor 3000 Jahren wurde diese Technik zur Züchtigung und Folter eingesetzt, da die Nerven der Fußsohle überaus empfindlich sind. Je nach Intensität hat die bestrafte Person auch noch Tage nach der Bastonade bei jedem Schritt etwas davon.

Andere Schmerzreize:

Kitzelfolter: Schon im Mittelalter gab es die Kitzelfolter als Werkzeug im Verhör. Was nett und harmlos klingt, kann sehr intensiv sein. Bei völliger Bewegungsunfähigkeit immer wieder an den Rand der Erschöpfung inklusive Tränen und Sauerstoffdefizit getrieben zu werden, ist sehr anstrengend und auf Dauer alles andere als angenehm.

Figging: Beim Figging wird eine Ingwerwurzel geschält, in Form geschnitzt und anschließend in eine Körperöffnung eingeführt, meist anal. Diese Strafvariante stammt aus Fernost und wurde dort bereits vor über einem Jahrhundert eingesetzt. Die ätherischen Öle des Ingwers sorgen für schmerzhaftes Brennen sind aber ungefährlich für den Organismus und somit eine der sichersten Arten von so genannten Tunnelspielen. Etwas sanfter, aber nicht weniger intensiv ist ein spezielles Ingwerspray, welches sowohl vaginal, als auch anal oder oral auf die Schleimhäute aufgetragen wird und dort für den gewünschten brennenden Effekt sorgt.

Elektrostimulation: Etwas moderner straft der oder die BDSMler:in von heute dank Toys mit E-Stimulation. Ungefährliche aber variabel intensive elektrische Impulse rasen durch die Nervenbahnen, gekonnt verarbeitet in Plugs, Dildos oder Nippelklemmen.

Demütigung und Lustreize:

Analplugs und Liebeskugeln: Das Tragen eines Analplugs für eine festgelegte Dauer eignet sich ebenfalls als strafendes Element – und trainiert nebenbei den oder die Bottom auch für anale Spiele. Besonders gemein kann diese Strafe eingesetzt werden bei Tätigkeiten, die im sitzen ausgeführt werden wie beispielsweise im Büro oder bei einem Restaurantbesuch. Liebeskugeln hingegen eignen sich bei Menschen mit Vagina besser im Einsatz bei beweglichen Tätigkeiten, beispielsweise bei Spaziergängen. Optional gibt es solche Toys inzwischen auch häufig mit funkgesteuerter Fernbedienung.

Rimming: ist ursprünglich eine Strafe aus dem Mittelalter, bei dem die strafempfangende Person als Zeichen seiner oder ihrer Unterwerfung den Anus der dominanten Person mit Zunge stimulieren und penetrieren muss.

Ignorieren: Auch beliebt, aber mit Vorsicht zu genießen, ist den oder die Sub bei Fehlverhalten eine Zeit lang zu ignorieren, in die Ecke zu stellen oder in einer unbequemen Pose verharren zu lassen. Klingt harmlos, doch schon zwanzig Minuten können da ziemlich lang werden. Ignoranz als Strafe wird besonders gerne eingesetzt, um Brats wieder zur Raison zur bringen.

Forniphilia: Bewegungsunfähigkeit ist häufig eine Komponente von Bestrafungen. Die Forniphilia ist eine etwas spezielle Art der Fixierung. Hierbei wird Sub zu einem Objekt degradiert und muss beispielsweise als Möbelstück in einer unbequemen Postion verharren. Möglich sind Fußhocker, Tisch oder auch Kerzenhalter und Kleiderständer. Die damit einhergehende Ignoranz gegenüber dem oder Sub erhöht die Intensität der Strafe zusätzlich. Oder wann habt ihr euch das letzte Mal mit eurem Couchtisch unterhalten?

Daneben gibt es unzählige kleine Gemeinheiten, wie beispielsweise Eiswürfelbehandlung, Orgasmusverbote, Hausarbeiten unbekleidet oder in Dessous durchführen zu müssen, das Verbot von Unterwäsche im Alltag oder, oder, oder…

Was muss ich beim Bestrafen beachten?

Ist die Strafe sicher?

Wie immer im BDSM gilt: Safety first! Legt ein Safeword fest, bei dem der oder die Dom nicht weitermacht und den oder die Sub aus der Situation befreit. Sprecht vorher über eure Grenzen, Limits und was ihr euch vorstellen könnt. Legt euch gegebenenfalls Sicherheitswerkzeuge wie eine Schere bereit, wenn die Strafe Bondage beinhaltet. Denn auch bei Strafen darf nur im Rahmen der Einvernehmlichkeit gearbeitet werden.

Alles okay bei euch?

Strafen sollten nur stattfinden, wenn auf der persönlichen Ebene alles in Ordnung ist. Steht beispielsweise ein nicht ausgetragener Konflikt zwischen den spielenden Personen im Raum, läuft man Gefahr, sich bei der Bestrafung zu sehr von den negativen Emotionen leiten zu lassen. Das hat aber nichts mit BDSM oder Verantwortungsbewusstsein zu tun. Im Gegenzug sollte auch der strafempfangende Mensch in einer guten Gemütslage sein. Ist aus irgendwelchen Gründen das Nervenkostüm bereits dünn oder die Psyche angeschlagen, ist demütigende Bestrafung sicherlich keine gute Idee.

Abwechslung gefällig?

Wer genau weiß, was ihm oder ihr blüht, kalkuliert unterbewusst auch mal mit Strafen, um die ersehnte Spanking-Session zu bekommen. Werden Strafen variiert und haben einen überraschenden Charakter, ist das wiederum seltener der Fall. Variiere also deine Strafen, wandle sie etwas ab und vermeide es, immer „nur“ dieselbe Strafe parat zu haben.

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