Bull und Cuckcake: Das dritte Rad?

Autor: Marina
A bis Z | Rollen

KATEGORIE: OBEN

Was bedeutet das?

Ein Bull oder eine Cuckcake ist die dritte Person in einer Cuckolding-Dynamik, die mit der dominanten Person sexuelle Handlungen mit Wissen der devoten, dem Cuckold oder der Cuckquean, vollzieht.

Abgeleitet aus dem Tierreich unterstreicht der männliche Begriff „Bull“, manchmal auch „Hengst“ genannt, in heterosexuellen Beziehungen die Potenz des Liebhabers. Sowohl Bull als auch Cuckcake werden im Allgemeinen als dem/der Cuck überlegen angesehen.

Worin diese Überlegenheit besteht, kann unterschiedlich sein, bezieht sich aber meist auf Attraktivität oder Fähigkeit zur sexuellen Befriedigung des Dom oder der Hotwife. Um den/die Cuck zusätzlich zu demütigen, genießt der Bull oder die Cuckcake meist sexuelle Privilegien vom Dom oder der Hotwife und verhält sich ihm oder ihr gegenüber ähnlich dominant wie der/die Sexpartner/-in.

Welche Rollen sind mit Bulls und Cuckcakes verwandt?

Bulls und Cuckcakes verhalten sich zwar häufig dominant gegenüber einem oder beiden Beteiligten der Beziehung, der sie beitreten, dennoch sind sie in den meisten Fällen keine klassischen Doms oder Tops. Ob und welche Rollen eine Person, die als Bull oder Cuckcake agiert, noch einnimmt, ist daher höchst individuell und hat weniger mit Charaktermerkmalen als mit sexuellen Interessen zu tun.

Wer passt dazu?

Bull und Cuckcake sind so spezielle Typen innerhalb des BDSM, dass eigentlich nur Hotwife/Cuckoldress oder Doms mit Cuckold-Vorliebe als Sexualpartner in Frage kommen. Dennoch kann es für Bulls und Cuckcakes auch Sinn machen nach Cuckolds und Cuckqueans Ausschau zu halten, die für ihre:n Partner:in geeignete Kandidaten suchen.

Wie erkenne ich, ob ich ein Bull oder eine Cuckcake bin?

Wenn dich der Gedanke reizt, in einer Dreierbeziehung als sexueller Akteur aufzutreten, könntest du als Bull oder Cuckcake geeignet sein. Außerdem sind Bulls und Cuckcakes oft von dem Gedanken getrieben, für ihr Aussehen oder ihre körperliche Ausstattung Anerkennung zu erlangen und sich dadurch überlegen zu fühlen.

Als Bull oder Cuckcake ist es wichtig, dass…

…die Beziehung, in die du eintrittst stabil ist und alle Limits innerhalb dieser geklärt sind. Ebenso wichtig ist, dass du diese Beziehung und ihre Grenzen kennst, respektierst, mit dem Paar für die Dreierkonstellation eigene Regeln festlegst und du einvernehmlich involviert bist.

Du bist zwar so gesehen ein Statist oder Mittel zum Zweck in einer Cuckolding-Dynamik, die in erster Linie zwischen dem Paar stattfindet, dennoch trägst auch du die Verantwortung für das Gelingen dieser Dreierkonstellation. Das betrifft vor allem die Achtung gegenüber dem submissiven Part, der zwar Erfüllung aus den Aktivitäten seines/seiner Dom mit dir zieht, dennoch leicht verletzt werden kann, wenn die Grenze zwischen Realität und Spiel zu sehr verwischt.


Anmerkung:

Das Vokabular rund um „Cuckold“, „Hotwife“ beziehungsweise „Cuckoldress“ und „Bull“ bezieht sich meist auf eine Konstellation aus heterosexuellem dominanten Mann (Bull), heterosexueller, weiblicher Dom oder Switch und heterosexuellem, submissivem Mann, da unter letzteren die Cuckolding-Vorliebe am verbreitetsten ist.

Während sich mit der Zeit für weibliche Cuckolds die Bezeichnung „Cuckquean“ und für die weibliche Entsprechung eines Bull der Begriff „Cuckcake“ etabliert haben, taucht seit einiger Zeit „Hothusband“ für männliche Doms mit einem/einer Cuck-Partner:in auf. Nach aktuellem Wissensstand existieren jedoch noch keine genderneutralen Bezeichnungen der drei Rollen für nicht-binäre Personen mit Interesse an Cuckolding.

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