Eine Trennung verarbeiten: Goodbye my BDSM-Lover

Autor: Kitteh
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Eine Trennung verarbeiten zu müssen ist furchtbar. Liebeskummer ist Schmerz, auf den man selbst als Masochist:in gerne verzichten würde. Wir kennen das vermutlich alle: Rosenkrieg, Herzschmerz, Tränen und Liebeskummer. Geht eine Partnerschaft in die Brüche ist das schon schlimm genug. Aber was, wenn diese mit BDSM verknüpft war?

Ratgeber für den richtigen Umgang mit einer Trennung werdet ihr online zur Genüge finden. Deswegen möchten wir uns darauf konzentrieren, wie man dem Ende einer BDSM-Beziehung begegnet. Dieser Artikel kann sicherlich kein gebrochenes Herz heilen. Aber vielleicht Ansätze geben und Gedanken wecken.

Grund zu gehen oder kein Grund zu bleiben?

Der Grund für eine Trennung ist ausschlaggebend dafür, wie man am besten damit umgeht. Auch wenn es um eine BDSM-Beziehung geht. Lassen wir dabei außen vor, wer sich von wem getrennt hat: Hat ein bestimmtes Ereignis zum Ende eurer Beziehung geführt? Ist etwas passiert, das ein Weiterführen der Beziehung für eine:n von euch oder euch beide unmöglich macht? In diesem Fall kann man sicher sein, dass die Trennung die richtige Entscheidung war. Denn den Zustand der Beziehung vor dem Vorfall X kannst du nicht wiederherstellen. Sich bewusst zu machen, dass eine Trennung die einzig sinnvolle Konsequenz war, kann helfen sie zu anzunehmen.

Aber wie soll man die Trennung verarbeiten, wenn es keinen bestimmten Auslöser gab? Das ist schwieriger. Man stellt schleichend fest, dass die Beziehung für einen oder beide Partnerpersonen so nicht mehr erfüllend ist. Das zu realisieren und letztendlich zu akzeptieren, erfordert viel Kraft. Ist BDSM wirde ein Aspekt der Partnerschaft, der nicht mehr funktioniert, besonders heikel. Denn an unsere Sexualität sind oft Versagensängste, Komplexe, Geltungsbedürfnis und unser Selbstwertgefühl geknüpft. Muss man eine solche BDSM-Trennung verarbeiten, kann es helfen, sich folgende Punkte bewusst zu machen.

Eine BDSM-Trennung verarbeiten: Diese Gedanken helfen

Du bist nicht nur ein:e Spielpartner:in

Du bist ein ganzer Mensch. BDSM und deine Rolle sind ein Teil von dir. Aber es ist bestimmt nicht alles. Du kannst sehr viel positives auch unabhängig von BDSM erleben. Und somit auch unabhängig von der beendeten Beziehung. Was macht dich abseits von BDSM glücklich? Wobei fühlst du dich noch „du selbst“?

Zu BDSM und einem erfüllten Sexleben gehören immer (mindestens) zwei

Halte dir das ganz klar vor Augen. Wenn es im Bett oder im Spiel nicht mehr geklappt hat, lag es nicht an dir allein. Es geht nicht darum, eine Schuld-Frage zu stellen. Deine Erwartungen und Wünschen haben eben nicht mehr zu denen deines oder deiner Partner:in gepasst. Oder umgekehrt. Das heißt nicht, dass du etwas falsch, oder nicht richtig genug gemacht hast.

Schieb es auf die Chemie!

Klingt vielleicht ein bisschen abgebrüht und viel zu einfach. Doch trotzdem kann auch die Biologie eine Mitschuld an der Trennung haben. Unser Hormonhaushalt verändert sich im Laufe unseres Lebens ständig. Da dieser aber entscheidend dafür ist, ob wir einander sexuell anziehend finden, können Schwankungen auch unsere Beziehung beeinflussen.

Weiterentwicklung – In unterschiedliche Richtungen

Die Trennung war für euch beide kein leichter Schritt. Aber nur wer einen Fuß vor den anderen setzt, findet Neues. Schritte, egal wie schwer sie fallen, bringen euch weiter. In eurem Fall schlagt ihr dabei unterschiedliche Richtungen ein. Aber es ist auch gleichzeitig ein neuer Weg der vor dir liegt. Vielleicht hast du dich einfach weiterentwickelt, um diesen nun einzuschlagen.

Was wird jetzt besser werden?

Muss man gerade eine BDSM-Trennung verarbeiten, ist es natürlich schwierig, etwas Positives daran zu finden. Trotzdem lohnt sich ein tröstender Blick auf die Dinge, die dich vielleicht in der Beziehung gestört haben. Gibt es Aspekte, in denen dich eure BDSM-Beziehung eingeschränkt hat? Dinge, auf die du verzichtet hast? Oder Kompromisse, die du eingegangen bist? Überlege, was sich durch die Trennung an deiner Situation verbessert!

4 Tipps zum Umgang mit einer BDSM-Trennung

Mach eine Pause von BDSM

Nach einer Trennung kann es guttun, sich erst einmal auf das nicht-kinky Leben zu konzentrieren. Gerade wenn dein:e Ex-Partner:in kein fester Bestandteil deines Vanilla-Alltags war. Konzentriere dich auf deine Arbeit, deine Hobbies und deine Freund:innen. Versuche nicht sofort einen Ersatz zu finden. Sonst könnte es leicht sein, dass bestimmte Praktiken, Outfits oder Spielzeuge dich triggern und den Trennungsschmerz rückkoppeln.

Entknüpfe deine Neigungen von deiner/deinem Dom/Sub

Oft knüpfen wir unsere Kinks an eine bestimmte Person. Weil wir sie mit ihr oder ihm zusammen entdeckt haben. Oder weil er oder sie der passende Gegenpart war und genau wusste welche Knöpfe er oder sie drücken musste. Überraschung! Du kannst auch ohne eine:n Dom ein:e Sub sein und umgekehrt! Deine Neigungen sind intrinsisch motiviert. Auch nach einer Trennung behältst du sie. Vielleicht trägst du sogar noch ganz andere Rollen in dir, die du bisher nie ausgelebt hast? Deine sexuellen Vorlieben sind nicht abhängig von einem anderen Menschen.

Schaffe Raum für Neues

Ein beliebter Tipp nach jeder Trennung: Miste den ganzen Beziehungsballast aus. Seien es deine Outfits, die Spielkiste oder das Schlafzimmer. Räum um, streich neu! Verkaufe Fetisch-Klamotten, die du nicht mehr tragen möchtest! Das ganze Programm. Wenn du so weit bist, darf alles weg, was dich an deine:n Ex erinnert. Und dafür darf natürlich auch etwas Neues her. Vielleicht etwas, das ihm oder ihr nicht gefallen hätte? Oder ein ganz neues Accessoire, das dich in eine Rolle verwandelt, die du immer schon ausprobieren wolltest?

Nimm dir Zeit und hab Vertrauen

Der letzte und wohl wichtigste Tipp, wenn du eine Trennung verarbeiten willst: Herzschmerz ist kein Ropeburn und kein Spanking-Striemen. Er vergeht nicht über Nacht oder nach ein paar Tagen. Erwarte nicht von dir selbst in möglichst kürzester Zeit über das Beziehungsende hinweg zu sein. Liebe ist kein Schalter, den man einfach ausknipsen kann. Die Gewöhnung an eine Person verschwindet genauso langsam und stetig wie sie kommt. Erlaube dir, zu trauern, genauso wie du dir erlaubst, wieder glücklich zu sein. Hab Vertrauen in die Zeit, die dich erwartet.

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