Glitschiges Helferlein: Gleitmittel

Autor: Ginger San
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Gleitmittel oder Gleitgele sind zähe Flüssigkeiten zu Reibungsminderung, die in der Medizin, der Technik und bei sexuellen Praktiken zum Einsatz kommen. Schmierstoffe, wenn man so will.

Im Bereich der Sexualität dienen diese Gele beim Geschlechtsverkehr und bei der Selbstbefriedigung dazu, unangenehme Reibung zu vermindern. Doch es geht nicht nur um eine Notwendigkeit: Gleitmittel sind auch besonders gut geeignet neue sensorische Erlebnisse zu entdecken.

Die meisten Gleitgele werden auf Öl-, Silikon- oder Wasserbasis hergestellt. Viele sind außerdem mit angenehmen Düften, wie zum Beispiel Erdbeere, Kokos oder Schokolade versehen, was aber bei vielen gar nicht so beliebt ist. Außerdem gibt es verschiedene Gleitmittel für besondere Zwecke, wie etwa Analsex, Fisting, Massagen. Auch gibt es Gleitgele mit zusätzlich stimulierenden Eigenschaften, zum Beispiel einen kühlenden oder wärmenden Effekt. Daneben gibt es Sensitiv-oder Bio-Gleitgel für Allergiker oder mit pflegenden Stoffen wie Aloe Vera. Auch spannend: Das Massageöl und das anregende Spray mit Ingwerextrakt von Naturally Naughty für Fans von leichtem Brennen.

Foto: NaturallyNaughty

Wozu benutzt man Gleitmittel?

Sowohl in der Vagina als auch im Anus kann Gleitgel verwendet werden. Das Eindringen des Penis oder von Spielzeugen wie Plugs und Dildos wird durch Gel erleichtert. Bei stimmulierenden Gelen wird dabei auch die Empfindlichkeit gesteigert und die Lust somit vergrößert.

Manchmal fehlt die natürliche Feuchtigkeit der Scheidenschleimhaut, ohne dass das an sexueller Unlust liegt, wie es oft landläufig vermutet wird. Auch Änderungen im Hormonhaushalt, Stress oder Umstellungen im normalen Lebensrhythmus können trotz Lust auf sexuelle Spiele zur Scheidentrockenheit führen. Aber auch, wenn die Scheide ausreichend feucht ist, kann der Einsatz von Gleitmittel das Vergnügen erhöhen.

Gleitmittel gibt es auf Wasser-, Öl- und Silikonölbasis.

In der Analregion fehlt eine feuchte Schleimhaut komplett, sodass man den Anus immer gut pflegen sollte, damit es nicht zu Verletzungen kommt, wenn Penis, Spielzeuge oder Finger, zum Beispiel bei einer Prostata-Massage eingeführt werden. Soll beispielsweise ein Plug über längere Zeit getragen werden, erhöht Gleitgel auch den Tragekomfort.

Was muss ich bei der Anwendung von Gleitmittel beachten?

Die Anwendung von Gleitgel ist denkbar einfach: Es wird auf die Haut des Penis, den Plug, den Dildo, die Vagina oder auf den Anus aufgetragen und verteilt. Wie viel bleibt euch überlassen. Beginnt am besten mit je einer haselnussgroßen Menge. Wenn ihr merkt, dass es zu wenig ist oder die Gleitfähigkeit nachlässt, nehmt einfach etwas mehr.

Von ölbasierten Gleitmitteln solltet ihr die Finger lassen, da diese Sexspielzeug aus Kunststoff und Kondome beschädigen können. Diese werden üblicherweise aus Naturkautschuk hergestellt, welches bei Kontakt mit organischen Ölen oder fetthaltigen Lotionen reagiert. Dadurch wird das Material für Viren durchlässig oder kann sogar reißen. Bei Kondomen ist Schutz vor Schwangerschaft oder sexuell übertragbaren Krankheiten in so einem Fall nicht mehr gewährleistet.

Dasselbe gilt für diverse Hausmittelchen wie Vaseline, kosmetische Lotions, Babyöl oder gar Speiseöl. Nicht nur sind sie möglicherweise schädlich für Toys und Kondome, sie können auch die Schleimhäute reizen und den ph-Wert durcheinanderbringen, so dass sich ungewünschte Bakterien und Keime ungehindert vermehren können. Unangenehme Pilzinfektionen können die Folge sein.

Greift also lieber zu einem Gleitmittel auf Wasserbasis oder Silikonöl. Doch Vorsicht: Letzteres ist zwar gut für Allergiker und sogar zu Pflege von Latex geeignet, verträgt sich aber wiederum nicht mit Spielzeug aus Silikon.

Was gibt es beim Kauf von Gleitgel zu beachten?

Bei der Verwendung eines neuen Gleitmittels, solltet ihr euch vor dem Liebesspiel oder einer Session damit vertraut machen, um allergische Reaktionen zu testen. Tragt dazu eine kleine Menge auf die Schleimhaut der Vagina, den Anus oder die Penisspitze auf.

Solltet ihr ein unangenehmes Brennen oder Prickeln verspüren, kann es sein, dass eine Unverträglichkeit vorliegt. Ihr solltet das Gel dann schnell mit etwas Wasser abwaschen und gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal testen. Beim gleichen Effekt raten wir dazu, künftig ein anderes Gel zu verwenden.

Außerdem sollte auf bestimmte Inhaltsstoffe geachtet werden: Gleitmittel sollten kein Lidocain und Benzocain, Xylocain oder andere Lokalanästhetika enthalten, da diese im Zusammenhang mit sexuellen Handlungen gefährlich sind. Das Risiko von Verletzungen des Intimbereichs würde sich dadurch erhöhen.


Teile dieses Beitrags über Gleitmittel erschienen zuerst auf Baumwollseil.de, einem der ersten Online-Shops für Kink, Erotik und BDSM und wurden Deviance freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Neugierig geworden? Hier geht’s zum Gleitmittel-Sortiment von Baumwollseil.

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