SSC – Safe, Sane, Consensual

Autor: Ginger San
A bis Z | Basics

S.S.C. steht für…

…Safe, Sane, Consensual und ist neben R.A.C.K. (Risk Aware Consensual Kink) eine der zwei Leitphilosophien für BDSM-Beziehungen und -Aktivitäten, wobei SSC sowohl in Handhabung als auch Beachtung älter und verbreiteter ist. Beide Prinzipien dienen als Modell und Basis für die Ausübung sadomasochistischer Praktiken und die Abgrenzung von strafrechtlich relevanter Gewalt.

Safe…

… bedeutet übersetzt „sicher“ und meint innerhalb dieses Prinzips, dass alle Beteiligten die Risiken von BDSM-Aktivitäten verstehen und versuchen dieses entweder zu eliminieren oder so weit wie möglich zu reduzieren. Es bedeutet auch, dass die Beteiligten in Übereinstimmung mit diesem Wissen handeln und alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Sane…

…bedeutet in etwa so viel wie „mit gesundem Menschenverstand“ oder „vernünftig“. Es geht also darum, den Unterschied zwischen Fantasie und Realität zu kennen und zu wissen, wann bei einer Aktivität die Grenze erreicht ist. Es bedeutet auch, dass alle Beteiligten bei klarem Verstand, also zurechnungsfähig sein sollten und nicht unter Drogen– oder Alkoholeinfluss stehen dürfen. „Sane“ ist recht ähnlich zum ersten Punkt „Safe“. Denn sollte eine Handlung nicht so sicher wie möglich gestaltet werden, ist sie auch nicht wirklich vernünftig und andersrum. 

Consensual….

…bedeutet „einvernehmlich“. Also dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Aktivitäten aus freien Stücken und bei klarem Verstand zugestimmt haben. Es bedeutet aber auch, dass die Limits jedes einzelnen Teilnehmers und jeder einzelnen Teilnehmerin jederzeit zu respektieren sind und das Einverständnis jederzeit widerrufen werden kann. Zum Beispiel mit einem vorher vereinbarten Safeword oder -zeichen, das die Aktivitäten sofort beendet. 

Der Beitrag zum Anhören:

Welche Rolle spielt das Prinzip?

Ist die Umsetzung einer Praktik auch sicher? Wenn nein, warum nicht? Mangelt es an Erfahrung der Beteiligten? Wie kann ich die Ausführung anpassen, dass sie möglichst sicher ist? Was wenn sie zwar körperlich einigermaßen sicher ist, psychisch aber möglicherweise nicht? Wo kann ich mich informieren? Ist allen Beteiligten klar, worum es geht und verstehen alle unter den geplanten Aktivitäten das Gleiche?

Indem jede geplante Aktivität anhand der drei Punkte abgeklopft und gegebenenfalls angepasst wird, bietet das SSC-Prinzip eine sichere Grundlage für die Ausübung eurer Kinks. Ein Rahmen, innerhalb dessen ihr wichtige Erfahrungen sammeln könnt, um später step by step andere, riskantere Spielformen auszuprobieren. Im Zweifelsfall gilt vor allem für Einsteiger, eine Handlung lieber wegzulassen. 

Während „Safe“ und „Sane“ von der Bedeutung recht nah beieinander liegen und im Rahmen des Partnerprinzips RACK (risikobewusster, einvernehmlicher Kink) interpretierbarer sind, ist der dritte Punkt, die Einvernehmlichkeit, in beiden Philosophien nicht verhandelbar. Sollte etwas von einem Beteiligten oder einer Beteiligten nicht zu 100 Prozent gewollt sein oder ein unterschiedliches Verständnis herrschen, wird diese Handlung nicht ausgeführt.

Worauf es bei SSC zu achten gilt:

Im Zuge des Aufkommens der RACK-Philosophie wurde der Nutzen von SSC von Praktiker:innen und Theoretiker:innen des BDSM immer mehr in Frage gestellt, da vor allem das Prinzip der Sicherheit als sehr subjektiv und interpretierbar gilt. Außerdem wird argumentiert, dass es ein Gefühl von Pseudo-Sicherheit vermittle.

„Wie sicher sicher genug ist“ unterscheidet sich je nach individueller Ansicht, Wissensstand und Situation. Somit ist auch die Zurechnungsfähigkeit aufgrund von personenbezogenen Dingen wie kulturellem Hintergrund und die Zustimmung etwas sehr subjektives. Schließlich ist niemand allwissend und ein gewisses unbekanntes Risiko ist immer vorhanden. Denn letztendlich birgt selbst eine morgendliche Dusche ein gewisses Risiko.

Oder ein vermeintlich harmloses Rollenspiel ohne körperliche Interaktion: Vielleicht nimmt eine Person teil, die irgendwann ein psychisches Trauma erlitten hat, das durch eine Handlung oder eine Aussage innerhalb dieses Spiels getriggert wird. Das ist weder Safe, noch Sane, kann aber passieren, selbst wenn die Spielenden sich nicht fahrlässig verhalten.

Das heißt jedoch nicht, dass man, gerade als Einsteiger, nicht versuchen sollte, so sicher wie möglich zu spielen. Und dabei gilt: Information ist alles. Informiert euch so gut es geht über jedes mögliche Risiko, um der größtmöglichen „Safety“ so nahe wie möglich zu kommen.

SSC oder RACK?

Auch wenn das defensivere SSC älter und weiter verbreitet ist als das freiere RACK-Prinzip, kann es nicht ohne letzteres betrachtet und beurteilt werden. Gemeinsamer Nenner beider Philosophien ist die Einvernehmlichkeit, die Grundlage jedes Handelns im BDSM. Solange diese beachtet wird, bleibt jedem selbst überlassen, für welches Konzept er oder sie sich entscheidet. Oder warum nicht für eine Mischung aus beiden?


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