Was ist Consent? 

Consent ist das englische Wort für „Zustimmung“, „Einwilligung“ oder „Einverständnis“ und hat in der deutschsprachigen BDSM-Szene den Begriff der Einvernehmlichkeit nach und nach ersetzt. Oft wird auch das deutsche Wort Konsens genutzt. Gemeint ist damit die übereinstimmende Meinung von Personen zu einer bestimmten Frage ohne verdeckten oder offenen Widerspruch.

Im BDSM oder allgemein im sexuellen Kontext liegt diese übereinstimmende Meinung – oder eben Einvernehmlichkeit – dann vor, wenn alle an einem sexuellen Akt, einer Session oder Handlung Beteiligten, die explizite und gegenseitige Erlaubnis zu bestimmten Handlungen aneinander erteilen. Diese Einwilligung ist ein wichtiger Aspekt in sexuellen Beziehungen, um sich sicher zu fühlen und damit die Basis jeder Form von BDSM-Aktivität und auch generell jeder sexuellen Handlung.

Consent ist in jeder Beziehung wichtig, egal wie diese geartet ist, ob professionell, BDSM oder Vanilla, also sexuell aber ohne BDSM- oder Fetisch-Elemente. Consent beginnt beim Einholen der Zustimmung für Berührungen, Begriffe oder das Herstellen eines Machtgefälles und endet damit, dass diese Einvernehmlichkeit auch jederzeit wieder zurückgezogen werden darf. 

Consent ist dabei das absolute Minimum, welches zwischen zwei Menschen herrschen sollte. Es ist keine diskutable Variable, sondern die Voraussetzung. Ein Grundsatz aus der amerikanischen Szene ist, dass der beste und einzig wahre Consent der enthusiastische, also der fröhliche und bereits mit Vorfreude verbundene ist.

Du willst kein: „Das ist für mich okay.“
Du willst ein: “FUCK JA, MACH DAS!” 

OCP Kink Podcast

Consent und BDSM

BDSM und Consent gehen Hand in Hand. Hier geht es oft um Grenzerfahrungen und Spielarten die allerlei Risiken beinhalten können. Daher ist ein ausgeprägtes Consent-Gespräch immer die Basis. Hier klopft ihr Vorlieben, Sprache, Soft und Hard Limits ab, redet über Aftercare und die ersten bis letzten Schritte, die ihr gemeinsam gehen wollt.

Im BDSM gibt es verschiedene Konsens-Systeme. Die bekanntesten sind SSC (Safe, Sane and Consensual) und RACK (Risk-aware-consensual kink). Diese regeln mehr oder weniger die Details konkreter BDSM-Praktiken sexueller und nicht-sexueller Natur.

Es gibt aber auch Regelungen wie CNC (Consensual Non Consent) und TPE (Total Power Exchange), welche eher als Pauschaleinwilligungen zu einer bestimmten Art des Machtaustausches zu sehen sind und manche Details dem Ermessen der dominanten oder bestimmenden Person überlassen. Während all diese eine generelle Einwilligung für BDSM-Praktiken sind, setzen sie ein vorheriges und anschließend weitere, laufende Gespräche über Konsens voraus.

Wenn man sich auf eine Session einlässt, dann gibt es oft ein Machtgefälle. D/s zum Beispiel bedeutet, es gibt in der Regel mindestens eine dominante Person und mindestens eine submissive Person. Dabei wird häufig davon ausgegangen, dass nur Letztere ihre Einwilligung geben muss. Das stimmt so nicht. Es ist wichtig, dass beide beziehungsweise alle den Handlungen zustimmen und diese machen wollen.

Wie kann eine Verhandlung für’s erste Mal aussehen?

Eure Dates waren erfolgreich, du hast jemanden kennengelernt, ihr möchtet spielen. Das erste Mal BDSM zusammen. Sicherlich habt ihr im Verlauf eures Kennenlernens bereits grob über BDSM und eure Vorlieben gesprochen, aber jetzt geht es an Eingemachte.

1. Consent beginnt auf neutralem Boden

Nehmt euch Zeit für das Gespräch, am besten bewusst außerhalb des Ortes an dem ihr spielen werdet. Setzt euch dafür auf die Couch, in die Küche oder geht raus. Bleibt man an dem Ort an dem es gleich passieren wird, dann baut man sich oft innerlich Druck auf. 

2. Konzentrier dich auf euer erstes Mal

Sprich an, was du beim ersten Mal gerne machen würdest. Es geht nicht um alle Dinge, auf die du stehst oder die du mal machen möchtest, sondern wirklich explizit, was du bei diesem ersten Mal machen möchtest und womit du dich wohl fühlen würdest.

3. Berührung ist nicht gleich Berührung

Frage um Erlaubnis, ob du dein Gegenüber berühren darfst, an welchen Stellen du das nicht darfst, mit wie viel Druck und auf welche Art. Denn Berührungen wie streicheln, halten, greifen, ziehen, kratzen können mit unterschiedlichen Intensitäten ausgeübt werden. Findet ein gemeinsames Verständnis was „sanft“ und was „fest“ für euch ist.

4. Sex ist keine Selbstverständlichkeit

Sprich klar aus, ob du an diesem Tag sexuell werden möchtest, welche Verhütungsmittel gebraucht werden und wie dein Safer Sex aussieht. Findet eine gemeinsame Basis. Auch wenn du Sex generell zustimmst, gib deine Vorlieben für Stellungen und Praktiken vor. Sex und sexuelle Handlungen haben für jede Person eine andere Definition und daher ist es wichtig hier Verständnis zu haben.

5. Die Rahmenbedingungen klären

Leg deinen persönlichen Status klar fest. Sprecht über eure Grenzen und Limits. Wie weit ist zu weit, ab wann fängt es für dich an? Dieser Part kann gerne lang und detailliert sein, um sicher zu gehen, dass ihr beide ein umfassendes Verständnis für die Vorlieben und Grenzen des anderen habt. Bezieht in eure Gespräch auch eure Aftercare sowie Fragen, die ihr vor jeder Session stellen solltet, mit ein

Wie kann eine Consent-Verhandlung für eine spezielle Situation aussehen?

Einverständnis muss nicht nur beim ersten Mal gegeben werden, sondern am besten fortlaufend erneuert werden. Gerade in einer andauernden Beziehung entdeckt man immer neue Vorlieben und Umgangsweisen miteinander. Auch können sich die eigenen Grenzen verschieben. Oder ihr wollt gemeinsam etwas völlig neues probieren. 

Bei einem neuen Spiel ist es wie beim ersten Mal. Sprecht daher über folgende Dinge:

  1. Eure bisherigen Limits und wie sich diese in der Session verhalten
  2. Eure Vorstellungen der Session 
  3. Den Ablauf und Reihenfolge
  4. Was das Ziel sein soll
  5. Worin für euch genau der Reiz liegt
  6. Das Equipment, das für diese benutzt wird, wie es funktioniert, wirkt, die Stärke und auch die Vorbereitung wie zum Beispiel Desinfektion 
  7. Sprache, die ihr in dieser Szene nutzen möchtet. Dirty Talk? Befehlston? Erniedrigende Ausdrücke? Check-Ins?
  8. Soll das Spiel sexuell sein oder nicht? Wie sexuell darf es werden und wo sind die Grenzen? 
  9. Safer Sex?
  10. Safeword oder Ampelsystem?
  11. Aftercare

Peinlich? Kein Stück!

Einige Menschen haben Hemmungen genau auszusprechen, was sie möchten oder nicht. Dabei kann über Consent sprechen auch sexy sein. Anstatt es aus der Perspektive anzugehen, dass du Dinge nicht machen möchtest, kannst du auch einfach damit anfangen zu erzählen, was du möchtest. Eine Positiv- statt Negativliste sozusagen. Dies kann auch ein toller Einstieg zu Dirty Talk sein, die Stimmung anheizen und somit die Hemmungen, darüber zu sprechen, ein wenig senken.

Zum Beispiel lässt sich „Ich bin in Ordnung damit, dass du mich mit deinem Körper restriktiv berührst und mich küsst“ positiver ausdrücken, indem man sagt: „Ich will, dass du mich gegen die Wand drückst und mich festhält, während du mich küsst.“ Möchtest du ausdrücken, dass du dir sexuelle Handlungen wünscht und auf Edging, Orgasmuskontrolle stehst, könntest du damit beginnen zu sagen: „Ich möchte, dich so weit haben, dass du um deinen Orgasmus bettelst.“

Manche mögen es sachlich

Wem das zu intensiv ist, der kann diese Art von Gespräch aber auch verweigern und es auf der sachlichen Ebene angehen. Neigungslisten, etwa von Bad Girl oder Gentledom, die Schritt für Schritt abgearbeitet werden, sind zwar etwas mühsam, lassen jedoch in dem Wirrwarr von Begriffen, Fetischen, Praktiken und Spielzeug kaum Raum für Missverständnisse und helfen besonders Einsteiger:innen, die eigenen Grenzen zu reflektieren. Für weitere Infos könnt ihr auch dieses ABC, insbesondere die beiden Kategorien Kinks und Produkte durchstöbern.


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