Achtung Kontrolle! Von Orgasmen und Feingefühl

Autor: Kitteh
Fantasie & Erlebtes | Stories

Anders als ihre hässliche Stiefschwester, die allgemeine Verkehrskontrolle, ist die Orgasmuskontrolle während des Verkehrs vielen, nicht nur Kinkstern deutlich willkommener. Den Orgasmus zu kontrollieren ist eine Spielart, die man oft ganz zufällig für sich entdeckt und die vielleicht einige schon in abgeschwächter Form praktizieren ohne es überhaupt zu wissen und mit dem Fachbegriff anzugeben. Welcher Mann hat nicht schon einmal einen Orgasmus hinausgezögert um seiner Partnerin oder seinem Partner ein längeres Vergnügen zu ermöglichen?

Wenn ich mein Gegenüber auch nur drei Wochen und fünf bis sechs Geschlechtsakte besser kenne als einen flüchtigen angetrunkenen One-Night-Stand, ist es ein bisschen wie mit Tiefkühlpizza aufbacken. Ich hab im Gefühl, wann es so weit ist.

Primäre Orgasmus-Anzeichen sind meist schnelleres Atmen und das Anspannen bestimmter Körperpartien (Memo an mich selbst: Kein Sex mehr mit Bauchmuskel-Kater. Igitt.). Mit ein bisschen Übung und Einfühlungsvermögen ist es also kein Hexenwerk einen Orgasmus zu provozieren oder – und jetzt kommen wir zum spaßigen Teil – zu verweigern.

Wer hat denn nun die Kontrolle?

Wer jetzt denkt das sei beim Mann natürlich deutlich simpler als bei uns Frauen, der täuscht sich. Auch können Frauen bei wiederholter oder besonders intensiver Stimulation zum Orgasmus „gezwungen“ werden. Ein oft erwünschtes Resultat einer solchen Stimulation kann beispielsweise Squirting sein. Ich habe aber auch schon von Frauen gehört die einen Orgasmus mit Absicht unterdrücken um – Zitat – „Ihren Partner zu bestrafen.“ Nach dem Motto „Du hast dich in letzter Zeit völlig unsensibel verhalten, also werde ich mich dir nicht völlig hingeben.“

Obwohl mir nichts ferner liegen könnte, als freiwillig auf meine eigene Befriedigung zu verzichten – ich reiße ja auch keine Packung Ben und Jerrys auf und sehe ihr dann beim Schmelzen zu – kann ich den Hintergedanken dabei aber durchaus verstehen.

Ein Orgasmus kann natürlich nicht nur für den/die Empfänger:in eine Belohnung sein, sondern auch für den/die Erzeuger:in. Hat man erst einmal herausgefunden, wie man sein Gegenüber in den Wahnsinn treibt, kann man diese Klimax eines manipulierten Höhepunkts beinahe bis ins Unermessliches steigern. Wer auf verzweifeltes Betteln und Bitten steht, ist in dieser Spielform genau richtig. Gerade bei devoten Männern und Dominas ist Orgasmuskontrolle oder Keuschhaltung ein beliebtes Werkzeug, um das Machtgefälle zu stärken.

Auch beim Orgasmus kontrollieren gilt: Maß halten!

Dabei ist das Maß an Frustration, welches der Delinquent ertragen kann natürlich sehr individuell. Als Anfänger:in sollte man zu häufige oder langfristige Frustration erst einmal vermeiden. Der Vergleich mag trivial scheinen, aber wenn ich meiner Katze drei mal zu oft andeute, dass ich ihr das Mäuschen werfe, aber dann doch nur so tue, wird sie irgendwann nicht mehr reagieren oder sich eingeschnappt auf dem Teppich zusammen rollen. Und mich vermutlich wieder genau dann beißen, wenn ich es nicht kommen sehe.

Eine weitere wichtige Frage ist, wie man damit umgeht, wenn die Kontrolle einmal nicht gelingt, also wenn der devote Partner oder die devote Partnerin doch zum Höhepunkt kommt, obwohl das noch gar nicht beabsichtigt war. Ist das ein toller Grund für eine kleine Bestrafung oder ist hier Halt und Auffangen angebracht? Auch das ist natürlich bei jedem (Spiel-)Paar unterschiedlich und bedürfnisabhängig. Wie bei allen BDSM-Praktiken braucht man also ein gewisses Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein.

Dann kann es aber auch schon ganz ohne Utensilien, Verbandskasten und viel Vorbereitung los gehen und es heißt nicht mehr nur im Straßenverkehr „Achtung, Kontrolle!“

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